Quecksilber

Quecksilber – das besondere Element

Quecksilber ist ein ganz besonderes chemisches Element, denn es ist das einzige Metall, welches bei Raumtemperatur flüssig ist. Fest wird es erst bei ca. – 38°C. Die Abkürzung für Quecksilber ist Hg. Diese leitet sich von der lateinischen Bezeichnung Hydragyrum ab, was soviel heißt wie flüssiges Silber.

Quecksilber kann mit vielen Metallen Legierungen bilden und es ist sehr reaktiv. Die Metall-Legierungen mit Quecksilber werden als Amalgame bezeichnet, wie z.B. die Aluminium-Amalgame, Thallium- oder Natrium-Amalgame. Je nach Quecksilbergehalt sind diese Legierungen flüssig oder fest. Bekannt sind allgemein vor allem die Zahn- Amalgame. Dies sind Amalgame aus Silber, Zinn, Kupfer, Indium und Zink.

Bei Raumtemperatur gibt das Quecksilber an die Umgebung atomaren Quecksilberdampf ab. Das können außer Quecksilber sonst nur Edelgase.

Quecksilber – das giftige Element

Wikipedia: Quecksilber zerstört Proteine durch Wechselwirkungen mit deren Schwefelatomen oder spaltet Schwefelbrücken auf, die für den komplexen Bau und damit die Funktion der Proteine unverzichtbar sind. Besonders Nervengewebe ist von letzterer Interaktion stark betroffen, woraus sich die unten genannten Symptome (Störung der ZNS-Funktion) ergeben.

Die ersten Symptome einer akuten Vergiftung sind (Wikipedia):

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • trockener Mund-Rachen-Raum

Bei einer chronischen Belastung mit Quecksilber kommt es zu Symptomen wie Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, später Ataxie (Störung der Bewegungsfähigkeit), Lähmungen, Psychosen, in schweren Fällen Koma. Die Krankheit endete bei hoher chronischer Belastung unter Umständen tödlich. Bei Schwangeren geht das Gift über die Nabelvene auf den Fötus über. In Minamata kamen viele Säuglinge mit Behinderungen auf die Welt, nachdem ihre Mütter mit Methylquecksilber belasteten Fisch verzehrt hatten.

Quecksilber – das vielseitige Element

Typische Verwendung/Anwendungen:

  • Thermometer: Seit dem 3. April 2009 ist das Inverkehrbringen von neuen quecksilberhaltigen Fieberthermometern innerhalb der EU verboten; ausgenommen sind Messgeräte für den wissenschaftlichen oder medizinischen Gebrauch sowie Alt- und Gebrauchtgeräte.
  • Manometer mit Quecksilbersäule
  • Alte Quecksilberschalter und Quecksilber-Neigungsschalter. Seit 2005 ist in der EU die Verwendung von Quecksilber in Schaltern verboten. In Spezialanwendungen kann heute noch Quecksilber verwendet werden. Quecksilberschalter finden sich z.B. in Treppenhaus-Zeitschaltern, Boiler-Thermostaten, Druckschaltern von Hauswasserpumpen, in Turbowechselrichtern und als Waschmaschinen-Rumpelsicherung.
  • Quecksilber wird in speziellen Lampen eingesetzt, wie Energiesparlampen, Kaltkathodenröhren, Quecksilberdampf-Hochdrucklampen, Höhensonne-Lampen, „Schwarzlichtlampen“.
  • In älteren elektronischen Röhren wie Quecksilberdampfgleichrichtern, Thyratrons etc.
  • In Diffusionspumpen zur Erzeugung von Öl-freiem Hochvakuum

Quecksilber – das gegenwärtige Element

Mit Quecksilber in Berührung kommen kann man in/an

  • Laboren, Chemielagern und chemischen Lehr- und Ausbildungsstätten. Hier kann es zu einer Belastung der Raumnutzer durch frühere Quecksilberanwendung und –freisetzung kommen. Entsprechende Altlasten sind häufig in Fußböden oder Rohrleitungen vorhanden, ggf. sind Arbeitstische und anderes Inventar kontaminiert
  • Produktionsstätten durch Quecksilber-Altlasten
  • Durch Unfälle im Haushalt (zerbrochene alte Fieberthermometer, spezielle Leuchtstofflampen und Energiesparlampen)
  • Und auch über die Nahrung oder Amalgam-Zahnfüllungen